Reisen bildet, schult den Verstand, fördert Flexibilität und Toleranz. Nur wer unterwegs ist, bekommt ein Gefühl für die Heimat, sei es negativ oder positiv. Erstere wandern vermutlich
aus, und Letztere freuen sich auf das Heimkommen. Wir wissen irgendwann, dass der Vollmond auf der ganzen Welt zur gleichen Zeit am Himmel steht; und dass das Gras anderswo auch nicht immer grüner ist als im eigenen Garten. Doch selbst wenn wir am Ende wie Herr Urian feststellen: „Und fand es überall wie hier, fand überall ’n Sparren, die Menschen grade so wie wir, und eben solche Narren“, dann macht es doch immerhin großen Spaß, davon zu erzählen.
 
„Und, wo wart Ihr in den Ferien?“ Diese Frage gehört wohl zu den häufigsten Begrüßungsfloskeln am Ende eines Sommers. Kein Wunder,
denn wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Das wusste Matthias Claudius, der seinen Herrn Urian vom Nordpol bis nach Mexiko und von Bremen bis nach Bengalen reisen ließ, nur um am Ende festzustellen: Am schönsten ist es dort, wo man gerade nicht ist. Und so reisen wir wie Herr Urian, in ferne Länder und fremde Städte. Wir sammeln Eindrücke und Erlebnisse, lernen Sprachen und Gebräuche. Wir folgen Geheimtipps und entdecken selber welche. Kurz: Wir sind weltoffen, und das ist gut so.
 

Duftarchiv-Magazin | Weltreise | Ausgabe VI | 2008

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