Fünf Millionen Zuschauer saßen in den 80er Jahren sonntags in der ersten Reihe, wenn in der ARD die Serie „100 Meisterwerke“ lief. Eine phänomenale Zahl - wenn man bedenkt, dass „Germanys Next Topmodel“ im Finale auch nur 4,5 Millionen Zuschauer mobilisiert hat. Dabei war das Konzept der Serie simpel: In kurzen Beiträgen wurden Gemälde gezeigt und besprochen.
Keine Action, keine Superstars, nicht einmal ein Telefonvoting mit Geldgewinn; lediglich eine Stimme im Off, die ein Bild erklärt. Trotzdem war das lehrreich, unterhaltsam und sehenswert gleichermaßen: Von Altdorfer bis Caravaggio und von Baselitz bis Duchamp wurden Meisterwerke aus 600 Jahren Kunstgeschichte präsentiert. Ob die Serie angesichts geänderter (Fern)Sehgewohnheiten heute noch die Chance auf einen Sendeplatz hätte? Wohl eher nicht, auch wenn es angesichts der aktuellen TV-Qualitätsdiskussion zu wünschen wäre. Insofern soll der Bilderreigen der „Duftarchiv-Meisterwerke“ auch eine Anregung sein, einfach mal wieder ins Museum zu gehen, anstatt sich vor den Fernseher zu hocken. Es lohnt sich.

