Spektakuläre, aus einem Hubschrauber heraus fotografierte Bilder zeigen den riesigen Kontinent wie durch eine Lupe. Von oben betrachtet ist alles so nah, dass selbst kleinste Details zu
sehen sind und dennoch weit genug entfernt, um allzu aufdringliche Schattenseiten zugunsten eines größeren Ganzen elegant ausblenden zu können. Das verzerrt zwar die Realität, zeigt jedoch Bilder von unglaublicher Schönheit und erhabener Majestät. Ob Tempel in Ägypten, Kamele in der Sahara, üppig begrünte Berglandschaften in Uganda, Hochebenen und gigantische  Wasserfälle in Äthiopien, riesige Teeplantagen in Kenia, die Steppe in Tansania, kleine Fischerdörfer in Mosambique oder die endlose Wüstenweite in der Namib - die Afrikabilder von Poliza* sind für mich ebenso beeindruckend wie inspirierend. Ich wünsche viel Spaß mit den folgenden Seiten.
 
Die Wiege der Menschheit stand in Afrika; genauer gesagt im heutigen Äthiopien. Dort fand man nämlich 1974 Lucy - mit einem geschätzten Alter von 3,2 Millionen Jahren nicht nu
r eine alte Dame, sondern auch unsere älteste Vorfahrin. Charles Darwin lag also 1871 mit der These, dass der Mensch vom Affen abstammt, zumindest was die Lokalität betrifft, goldrichtig. Doch obwohl unsere Geschichte dort beginnt, erscheint Afrika als „Terra incognita“. Instabile politische Verhältnisse, Bürgerkriege, Armut und Krankheit machen Afrika in weiten Bereichen unzugänglich - auch wenn vieles eine Folge der jahrhundertelangen kolonialen Ausbeutung ist. Dennoch, die Faszination, die „der dunkel lockende Kontinent“ ausübt, wie Tania Blixen Afrika einst nannte, ist ungebrochen. Das zeigte nicht zuletzt der große Erfolg von Michael Polizas Bildband „Eyes over Africa“.*
 

Duftarchiv-Magazin | Afrika | Ausgabe VII | 2008

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* Michael Poliza, Eyes over Africa, TeNeues Verlag

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